Finanz24 · Das 3-Säulen-System der Schweiz einfach erklärt
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Das 3-Säulen-System
Die Schweizer Altersvorsorge steht auf drei Beinen — und keines allein trägt. Wer versteht, was jedes leistet und wo es aufhört, erkennt auch, warum die dritte Säule für viele der entscheidende Hebel ist.
- Geprüft am
- 04.09.2026
- Quellen
- AHV · BSV
Die erste Säule: AHV
Die Alters- und Hinterlassenenversicherung ist obligatorisch für alle, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten. Sie funktioniert im Umlageverfahren: Was heute eingezahlt wird, geht direkt an die heutigen Rentnerinnen und Rentner. Es wird also nichts angespart.
Vom Lohn gehen dafür 5,3 Prozent ab, und denselben Betrag zahlt der Arbeitgeber — zusammen 10,6 Prozent. Anders als bei den anderen Säulen gibt es dabei keine Obergrenze: auf jeden zusätzlichen Franken Lohn läuft der Beitrag weiter.
Die Rente selbst ist aber sehr wohl gedeckelt. Sie soll das Existenzminimum sichern, nicht den Lebensstandard. Genau aus dieser Asymmetrie — unbegrenzte Beiträge, begrenzte Rente — entsteht die Lücke, um die es weiter unten geht.
Die zweite Säule: Pensionskasse (BVG)
Die berufliche Vorsorge ist ein Sparverfahren: Ihr Geld gehört Ihnen und wächst auf Ihrem Konto. Sie ist obligatorisch ab einem Jahreslohn von CHF 22’680 bei einem Arbeitgeber.
Versichert wird aber nicht der ganze Lohn, sondern nur der koordinierte Lohn: Bruttolohn minus Koordinationsabzug von CHF 26’460, nach oben begrenzt bei CHF 64’260. Der Gedanke: was die AHV bereits abdeckt, soll die zweite Säule nicht doppelt versichern.
| Alter | Altersgutschrift |
|---|---|
| 25–34 | 7 % |
| 35–44 | 10 % |
| 45–54 | 15 % |
| 55–70 | 18 % |
Die Eintrittsschwelle gilt pro Arbeitgeber. Wer drei Anstellungen zu je CHF 15’000 hat, verdient CHF 45’000 — ist aber in keiner davon obligatorisch versichert. Das trifft besonders Teilzeitarbeitende und ist eine der häufigsten Ursachen für eine Lücke in der zweiten Säule.
Die dritte Säule: 3a und 3b
Die private Vorsorge ist freiwillig. Sie teilt sich in die Säule 3a (gebunden, steuerlich begünstigt, bis zur Pensionierung blockiert) und die Säule 3b (frei verfügbar, ohne besondere Steuervorteile).
In die Säule 3a dürfen Sie 2026 höchstens CHF 7’258 einzahlen, wenn Sie einer Pensionskasse angehören, sonst 20 Prozent des Erwerbseinkommens bis CHF 36’288. Der Betrag geht direkt vom steuerbaren Einkommen ab.
Wie viel Sie dieses Jahr noch einzahlen können und was Sie damit sparen, rechnet der Rechner zum Maximalbetrag aus. Und seit 2026 lassen sich sogar Lücken aus früheren Jahren nachzahlen.
Wo die Vorsorgelücke entsteht
Als Zielgrösse des Systems gelten rund 60 Prozent des letzten Lohnes aus AHV und Pensionskasse zusammen. Das funktioniert bei mittleren Einkommen ordentlich — und wird umso ungenauer, je mehr Sie verdienen.
Der Grund ist derselbe wie oben: Beide Säulen sind nach oben gedeckelt. Die AHV-Rente hat ein Maximum, und die Pensionskasse versichert nur bis CHF 90’720. Wer darüber verdient, hat für den ganzen Mehrbetrag keine obligatorische Vorsorge. Genau diese Differenz ist die Vorsorgelücke — und die dritte Säule ist das Werkzeug, sie zu schliessen.
Je höher Ihr Lohn, desto grösser der Anteil, den die ersten beiden Säulen nicht abdecken. Wer gut verdient und nichts in die Säule 3a einzahlt, verzichtet doppelt: auf den Steuerabzug heute und auf das Kapital später.
Häufige Fragen zum 3-Säulen-System
Was sind die drei Säulen der Schweizer Vorsorge?
Die erste Säule ist die staatliche AHV und sichert das Existenzminimum. Die zweite Säule ist die berufliche Vorsorge über die Pensionskasse und soll den gewohnten Lebensstandard sichern. Die dritte Säule ist die freiwillige private Vorsorge, steuerlich begünstigt als Säule 3a.
Wie viel Rente ergeben AHV und Pensionskasse zusammen?
Als Zielgrösse gelten rund 60 Prozent des letzten Lohnes aus erster und zweiter Säule zusammen. Bei höheren Einkommen liegt der Anteil tiefer, weil die AHV nach oben begrenzt ist und die Pensionskasse nur den koordinierten Lohn versichert.
Was ist die Vorsorgelücke?
Die Differenz zwischen dem, was AHV und Pensionskasse tatsächlich auszahlen, und dem, was Sie im Ruhestand brauchen. Sie wächst mit dem Einkommen, weil beide Säulen nach oben gedeckelt sind. Die Säule 3a ist dafür da, sie zu schliessen.
Ab welchem Lohn bin ich in der Pensionskasse?
Ab einem Jahreslohn von CHF 22’680 bei einem Arbeitgeber. Wer mehrere kleine Anstellungen hat, fällt oft durch dieses Raster — eine der häufigsten Ursachen für eine Lücke in der zweiten Säule.
Ist die Säule 3a Pflicht?
Nein, sie ist freiwillig. Sie ist aber steuerlich begünstigt: Der einbezahlte Betrag wird vom steuerbaren Einkommen abgezogen.